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Verkehrswege

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Sierek, Karl
Verfasser*innenangabe: Karl Sierek
Jahr: 2026
Verlag: Wien, Sonderzahl Verlagsgesellschaft
Mediengruppe: Buch
nicht verfügbar

Exemplare

AktionZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: KT.FR Sier / College 5a - Szene / Regal 509 Status: Entliehen Frist: 29.07.2026 Vorbestellungen: 0

Inhalt

Oberflächen filmischer Wege sind nicht nur Determinanten menschlicher Fortbewegung, sondern auch Grundlagen schauspielerischer Ausdruckspaletten. Wegoberflächen werden – im Wortsinn – zu Grundlagen körperbezogener Akte und so zum Sprungbrett von Handlungsfolgen. Die weglichen Oberflächen verleihen als Unterlagen der Bewegung und Fortbewegung Nuance, Richtung und Dynamik – oder nehmen diese vorweg. Filmische Figuren auf Wegen heben folglich in zweifacher Hinsicht ab: Erstens stu¨tzen sie sich auf die Unterlage, um sich von ihr im physikalischen Sinn zu lösen; zweitens wird ihre Bewegtheit und Fortbewegung, da sie sich von der relativen Ruhe der Wege unterscheiden, deutlicher sichtbar.Das Kino hat ein Medium erfunden, das diese Vermittlung vermittelt. Nicht nur das Schauspiel sorgt fu¨r die Anverwandlung des Körpers an den Weg. Auch die Handkamera erweist sich als Medium zwischen Körper und Unterlage, Fortbewegung und Weg. Dieses Verfahren nimmt die Struktur weglicher Unterlagen auf und verwandelt sie in Sicht. Die Unebenheiten der Wege, ihre Oberflächenbeschaffenheit und die Reaktion körperlicher Fortbewegung auf sie werden zu Bild. Die Handkamera stellt einen haptischen Kontakt zum Weg u¨ber dessen Oberfläche her. Jede wegliche Unebenheit, jedes Abweichen vom geraden Pfad, jede vom Weg vorgeschriebene Bremsung oder Beschleunigung teilt sich der Bildbewegung mit und setzt sich in ihr fort. Ein aus der Hand gefilmtes Laufbild ist die Bildbewegung gewordene Wegoberfläche. Sie pflanzt die Beru¨hrung mit der weglichen Unterlage u¨ber Fuß, Bein, Rumpf und Hand der Kameraleute und u¨berträgt die Wegqualitäten durch deren Körper ins Bild. Sie bringt Gesten des Gehens auf Wegen ein und reicht sie an die Wahrnehmung der Filmbetrachtenden weiter. Nicht nur die Art der Fortbewegung, seien es Schritte oder Spru¨nge, Hasten, Tasten oder Galoppieren, sondern auch die verschiedenen Unebenheiten und topographischen Besonderheiten werden von der Bewegungsunterlage direkt in die Rhythmik der Sicht transferiert. Die Handkamera ist eine mediale Agentur der Mimesis der Fortbewegung auf Unterlagen. Gehen wird sehen, der Gehweg zum Sehweg. (Verlagstext)
 
Inhalt
 
Oberflächen und Unterlagen
 
Betrachtungsoberflächen
Glatt und glänzend: EDWARD SCISSORHANDS, PLAYTIME und
TRAFIC • Sandig und steinig: AT LAND und AU HASARD
BALTHAZAR • Wässrig, schlickig, schlammig: NOVYJ BABYLON
Bewegungsunterlagen
Tati da capo: Schauspiel, Sichtbarkeit und Nutzbarkeit • Handkamera und
Steadycam: Pseudo-Mimesis weglicher Unterlagen • Medien der Erinnerung:
Von Fußsohlen und Schuhsohlen
 
Mittel und Wege der Lokomotion
 
Schienenwege auf Schienensträngen
Die Tempomaschine: Medienhistorische Wahrnehmungsdiskurse
Bewegung ohne Objekt: PACIFIC
Der soziologische Diskurs: Fortbewegungen im Inneren des bewegten
sozialen Raum
Außenwege und Innenwege: POCIA¿G
Ökonomisch-technische Diskurse schienengebundener Weglichkeit
Gleisarbeit, Mehrwertproduktion und Kommunikation: RANGIERER und
NIGHT MAIL • Tatort und Arbeitsplatz: LA BÊTE HUMAINE
 
Landstraßen und Landschaften
Schnitt und Schneise, Kurve und Serpentine: THE KILLERS • Soziale
Inskriptionen in die Landschaft: Der Highway, Schlachtfeld an der Genderfront
Automobile Innerlichkeit: BONNIE AND CLYDE • Wegliche
Interferenzen: WANDA • Fliegender Wechsel: THELMA &
LOUISE • Penetrieren und touchieren: DEATH PROOF
 
Stadtstraßen und Stadtschaften
Biomorph und geomorph: Pflaster, Schlucht und Schlauch
Straßenfilme? DIE STRASSE, DER GOLEM
Kinetische Chronotopoi: Fahrwege und Sehwege im Kino nach
Haussmann • Appropriation der Naked City: Die Straße gehört uns!
Ganglands und Playgrounds: THE PUBLIC ENEMY, ANGELS WITH
DIRTY FACES und ON THE BOWERY • Bildpolitische Appropriationen
urbaner Wege: LOS OLVIDADOS, ACCATTONE, KUHLE WAMPE
 
Bauliche Disjunktive filmischer Weglichkeit
 
Außenwege: flüchtige Disjunktionen 125
Intrinsische Formationen: Gabelung, Kreuzung, Netz
Die Gabelung: HONG GAOLIANG • Die Kreuzung: EDIPO RE und
MILLER’S CROSSING • Das Netz: CONVOY
Extrinsische Vorrichtungen: un/bewegte Brücken (Wicki, Calatrava, Ivens,
Serra)
 
Außen und/oder Innen 142
Türen und Schwellen: LES DAMES DU BOIS DE BOULOGNE • Laufschneise
und Durchhaus
Le Corbusiers Laufschneisen • Durchhaus und Genossenschaft: DIE
FREUDLOSE GASSE und LE CRIME DE MONSIEUR LANGE
 
Innenwege: Gang und Flur, Korridor und Galerie
Feudale Laufgänge und Labyrinthe des Verbrechens: LA RÈGLE DU JEU und
GOSFORD PARK • Musealer Ort, filmischer Weg: LA VILLE LOUVRE und
RUSSKI KOWTSCHEG • Filmische Erinnerungsarbeit: Kopräsenz zwischen
Spurung und Bahnung
 
Zitierte Literatur
Filmregister
Namensregister
 
Themen der sechs Bände

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Sierek, Karl
Verfasser*innenangabe: Karl Sierek
Jahr: 2026
Verlag: Wien, Sonderzahl Verlagsgesellschaft
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Systematik: Suche nach dieser Systematik KT.FR
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ISBN: 978-3-85449-687-8
2. ISBN: 3-85449-687-7
Beschreibung: 184 Seiten : Illustrationen
Schlagwörter: Filmgestaltung, Wegebau, Film / Gestaltung, Filmisches Gestalten
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Sprache: Deutsch
Mediengruppe: Buch