Standardwerk der Freud-Forschung. Die renomierte Autorin liefert eine fundierte, gut lesbare und faszinierende Studie über die Beziehung zwischen Sigmund Freuds Leben, dem seiner Vorfahren und seiner Theoriebildung vor allem hinsichtlich der so genannten Verführungstheorie. Die Bonner Sozialwissenschaftlerin Marianne Krüll hat mit ihrer Studie als erste auf die eminente Bedeutung der so genannten Verführungstheorie Sigmund Freuds hingewiesen. Im Unterschied zu anderen Autoren verknüpft Marianne Krüll Freuds theoretische Neuorientierung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, die zur Entstehung der Psychoanalyse führte, mit seiner eigenen Herkunft und der seiner Vorfahren. Ihre Untersuchung bietet ein faszinierendes Psychogramm der frühen Familien-Beziehungen Freuds, die seine Gedanken prägten und auch noch in seinem letzten Werk über den biblischen Moses ihren Niederschlag fanden.
Inhalt
Vorwort zur Taschenbuchausgabe 11
Geleitwort von Helm Stierlin 16
Vorwort 19
1. Die Krise in Freuds Leben und Denken 22
1.1 Vor der Krise (1885-1896) 27
1.1.1 Die Anfänge einer Theorie der Hysterie
Jean Martin Charcot, Josef Breuer 27
1.1.2 Von der »Sexualtheorie« zur »Verführungstheorie«
Die Fließ-Periode 30
1.1.2.1 Wilhelm Fließ 30
1.1.2.2 Die Erklärung der Aktualneurosen durch die Sexualtheorie 34
1.1.2.3 Die Emma-Episode 49
1.1.2.4 Die Entwicklung der Verführungstheorie 52
1.1.2.5 Die Erklärung der Abwehrneurosen durch die Verführungstheorie 62
1.2 Die akute Phase der Krise (Sommer 1896-Herbst 1897) 73
1.2.1 Der Tod Jakob Freuds 73
1.2.2 Der Kampf um die Beibehaltung der Verführungstheorie 77
1.2.3 Die Selbstanalyse 96
1.2.4 Der Widerruf der Verführungstheorie. 92
1.3 Nach der Krise (Winter 1897/98 - Herbst 1899) 97
1.3.1 Von der Verführungstheorie zur Ödipustheorie 97
1.3.2 Die Traumdeutung 109
1.4 Schlußfolgerungen: Die Bedeutung des Widerrufs
der Verführungstheorie 112
2. Die Prähistorie: Kallamon Jacob Freud 116
2.1 Geschichte der politischen und geistigen Bewegungen
im Judentum Galiziens 118
2.2 Das Leben im galizischen »Stetl« 126
2.3 Tysmenitz 135
2.4 Jakob Freuds Kindheit und seine erste Ehe
mit Sally Kanner inTysmenitz 140
2.5 Der Bruch mit der Tradition 144
2.5.1 Der Wanderjude Jakob Freud 144
2.5.2 Jakobs Ehe mit Rebekka. 151
2.5.3 Jakobs Ehe mit Amalie Nathansohn 153
2.5.4 Der Tod Schlomo Freuds .155
2.6 Schlußfolgerungen: Das Geheimnis des »Alten« 156
3. Das Trauma: Kindheit und Jugend Sigmund Freuds 159
3.1 Das Netz von Beziehungen in Freiberg 159
3.1.1 Der Vater Jakob 160
3.1.2 Die Mutter Amalie 174
3.1.3 Die Kinderfrau Resi Wittek 179
3.1.4 Der Halbbruder Emanuel 184
3.1.5 Maria, die Frau Emanuels 185
3.1.6 Der Halbbruder Philipp 186
3.1.7 Der Neffe Johannes (John) 192
3.1.8 Die Nichte Pauline 195
3.1.9 Die Schwester Anna 200
3.1.10 Der Bruder Julius 201
3.1.11 Rebekka, die zweite Frau Jakobs 202
3.1.12 Andere Personen in Freiberg 203
3.1.13 Verwandte des Vaters in Tvsmenitz, Jassy, Breslau, Wien
und anderen Orten.204
3.1.14 Verwandte der Mutter 206
3.2 Die Abreise aus Freiberg 207
3.3 Die ersten Jahre in Wien 219
3.3.1 Die materielle Lage der Freuds 222
3.3.2 Sigmund Freuds Erste der Erfahrungen in Wien 219
3.3.3 Das Lernen mit dem Vater 229
3.3.4 Die Falschgeldaffäre 239
3.3.5 Der Bruder Alexander 243
3.3.6 Die Gymnasialzeit 245
3.4 Die Besuche in Freiberg 248
3.5 Die Halbbrüder in England 254
3.6 Schlußfolgerungen: Der Auftrag des Vaters
und die Krise von 1896/97 259
4. Die Erfüllung desAuftrags.265
4.1 Sigmund Freud und der Moses des Michelangelo 269
4.1.1 Sigmund Freud, der Sohn des Moses-Vaters 274
4.1.2 Sigmund Freud, der Patriarch in der Urhorde 276
4.1.2.1 Die »Söhne« Adler, Stekel, Jung 277
4.1.2.2 Totem undTabu.282
4.2 Sigmund Freud, der Mann Moses 284
4.3 Schlußfolgerungen: Abrechnung und Bilanz 304
Anhang
Übersichten 4-14 311
Anmerkungen 325
Literaturverzeichnis 363
Verzeichnis der Abbildungen 386
Verzeichnis der Übersichten 387
Namenregister 388